Was ist Pilling und was kann man dagegen tun?

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Pilling

Heute wollen wir uns mit dem Thema „Pilling“ beschäftigen, einem der Hauptärgernisse im Umgang mit Textilien und Möbeln.

Sicher hat schon fast jeder Mensch Bekanntschaft mit Pills gemacht. So lautet der Fachbegriff für die Knötchen, die beim Pilling entstehen.

Im folgenden Artikel geht es um Definition, Wahrscheinlichkeit, Vorbeugung und Behandlung von Pilling.

Definition von Pilling

Unter dem Fachbegriff Pilling versteht man die Entstehung von Stoffknötchen (Pills). Zunächst werden Fasern – meist durch Reibung – aus dem Faserverband gehoben, verschlingen sich mit der Zeit und bilden dann im „Endstadium“ die berühmten Knötchen.

Je nach Material, Scheuerfestigkeit und Beanspruchung bleiben die entstandenen Knötchen kürzer oder länger im Gewebeverband, bevor sie sich daraus lösen. Danach haften sie meist noch eine ganze Weile am Stoff an – meist, bis man sie manuell entfernt.

Pilling-Anfälligkeit von Stoffen

Da die Fasern jedes Stoffs anders aufgebaut ist, neigt dieser auch ganz spezifisch zur Knötchenbildung oder auch nicht.

Die Hersteller versuchen natürlich, ihre Produkte möglichst pillingresistent zu produzieren, aber das gelingt je nach Material leider nicht immer.

Pillinganfällig sind vor allem kurzfaserige Stoffe und somit also viele Naturstoffe. Baumwolle neigt z. B. eher zu Pilling als Leinen. Einer der schlimmste Pilling-Kandidat ist Tierwolle, daher sollte man vom Kauf dieses Materials absehen – zudem neigt Wolle auch noch zum Verfilzen.

Relativ resistent sind die meisten Kunstfasern wie Acryl oder Polyester.

Vorbeugung von Pilling

Wenn man jetzt schon Textilien oder Möbel sein eigen nennt, die zum Pilling neigen, kann man trotzdem etwas gegen die Bildung der fiesen Stoffknötchen tun.

Da einer der Hauptgründe für die Entstehung der Pillingknötchen die Reibung ist, sollte man die Stoffe so selten und schonend wie möglich waschen oder behandeln.

Beim Waschen in der Waschmaschine ist zu beachten, dass man nur Kleidungsstücke ähnlicher Textur miteinander waschen sollte. Dass die Wäsche auf links gezogen wird, damit sich nicht an der sichtbaren Oberfläche abscheuert, setzen wir mal sowieso voraus.

Das Trocknen im Trockner sollte nur im Notfall passieren, da die Wäsche dort zusätzlich belastet wird – die Stoffansammlung aus dem Flusensieb erzählt da ja Bände. Der Einsatz von Trocknerkugeln kann das Pilling reduzieren, da der Stoff sich weniger mit anderen Stoffen reibt und die Trocknungszeit geringer wird.

Behandlung von Pilling

Bei schon vorhandenen Pills unterscheidet man zwischen denen, die noch mit dem Gewebe verbunden sind und denen, die sich schon lose oder zumindest nicht mehr richtig verbunden auf dem Gewebe befinden.

Pills, die noch mit dem Gewebe verbunden sind, bedürfen einer größeren Sorgfalt beim Entfernen. Durch die Zusammengehörigkeit mit dem Material, dem sie entsprungen sind, besteht bei der Abtrennung die Gefahr, dass das gute Stück beschädigt wird.

Dies kann durch Fadenziehen oder – noch schlimmer – durch die Entstehung eines Lochs geschehen. Ersteres kann man durch entsprechende Bearbeitung des Stoffs vielleicht wieder geradebiegen, aber bei zweiterem hilft dann nur noch Reparieren (z. B. durch Stopfen oder Kleben/Bügeln).

Daher ist es wichtig, „anhängliche“ Knötchen vorsichtig abzutrennen und dafür eignet sich der Fusselrasierer bestens. Er schneidet den Pill glatt ab und das Gewebe sieht aus wie neu.

Wenn die Knötchen nur noch halbherzig am Gewebe hängen, kann man es auch mit einem Fusselstein probieren. Dieser sollte aber anfangs sehr vorsichtig eingesetzt werden, falls es sich um ein empfindliches, sprich reißgefährdetes Material handelt.

Bei Pills, die sich schon autonom auf dem Stoff lümmeln, kann man meist zu allen Arten der Fusselentferner übergehen. Diese Pills sollten sich relativ unproblematisch entfernen lassen und eine Verletzungsgefahr des Gewebes besteht bei ordnungsgemäßem Gebrauch der Entferner auch nicht.

Fazit

Gegen Pilling gibt es leider kein Geheimrezept, aber man kann eine Menge dagegen tun – zum einen im Vorfeld Materialien auswählen, die nicht oder kaum zum Pilling neigen und zum anderen der Pillbildung aktiv entgegenwirken.

Wenn es den schon vorhandenen lästigen Pillknötchen an den Kragen gehen soll, stehen einige Fusselentferner – vorneweg der Fusselrasierer – parat, um die Schönheit des betroffenen Gewebes wiederherzustellen.

 

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